Elektromobilität: Hype oder Hoffnung?

Ein Wandel ist unabdingbar, die Elektromobilität hat aber nach wie vor ein Problem: Woher soll der ganze Strom kommen, wenn viele Menschen umsteigen? Voraussetzung für den Durchbruch wären intelligente Stromspeicher- und Batterietechnologien. Trotzdem mischt der Trend zum großen E schon jetzt die Wirtschaft ordentlich auf.

Die Grenzen zwischen den Autoproduzenten, den Stromunternehmen und der IT-Branche beginnen zu verschwimmen. 2 Spezialisten für E-Mobilität berichten vom Aufbruch in eine neue Zeit.

Gespräch mit den Experten

da emobil

Ein Interview mit Alois Wach, Geschäftsführer der da emobil GmbH

  • keyboard_arrow_rightSie versorgen Unternehmen und Private mit E-Zapfsäulen. Tanken wir aus Ihrer Sicht in Zukunft alle Strom?
    Elektromobilität hat mittlerweile ihren fixen Platz. Der Anteil von Strom am gesamten Energiekuchen wird in den nächsten Jahren kontinuierlich wachsen. Vor dem Hintergrund dieses rasanten Voranschreitens der Elektrifizierung und des damit verbundenen raschen Wandels im Kundenverhalten wurde da emobil gegründet. Wir investieren in einen Zukunftsmarkt und bieten intelligente Ladelösungen für alle Kundengruppen. Ihre Mobilität ist unser Ziel.
  • keyboard_arrow_rightWann ist es Ihrer Meinung nach so weit?
    Elektrisch unterwegs zu sein, macht schon jetzt Sinn, denn effizienter und umweltbewusster geht es nicht. Je mehr Fahrzeugmodelle es gibt, desto boomender der Markt. Die Zulassungszahlen sprechen bereits eine sehr eindeutige Sprache. So bieten führende Autohersteller ab 2019 bereits sehr viele Modelle auch in einer E-Variante an. Seit der Ratifizierung der Klimaziele bis 2030 wird der Kauf eines E-Fahrzeuges oder der dazugehörigen Ladeinfrastruktur auch stark gefördert.
  • keyboard_arrow_rightIst die „Reichweiten-Angst“ noch begründet?
    da emobil investiert laufend ins eigene Netz. 2018 wurden bereits die ersten Schnellladestationen im Gutmann-Tankstellennetz und an den Autobahnstationen in Pettnau, Guntramsdorf und St. Pölten eröffnet. Ich denke, dass der Ausbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur und neue Angebote der Autoindustrie ausschlaggebend und unverzichtbar für eine e-mobile Zukunft sind. Ziel ist eine flächendeckende Versorgung im österreichischen Straßennetz.
  • keyboard_arrow_rightMit welchen Herausforderungen haben Sie es zu tun?
    Die wirkliche Herausforderung liegt im intelligenten Laden bzw. im Lastmanagement, das enormes Wachstumspotenzial hat, gerade in Kombination mit Photovoltaik und Speicherlösungen. Wir arbeiten auch an der Transparenz bei den Tarifen. Faire und transparente Tarife sind uns für unsere Kunden wichtig. Wir bieten daher eine kWh-basierte Abrechnung ohne Nebengebühren an. Ein weiterer Punkt betrifft die (noch) fehlende Interkompatibilität. Doch auch hier gibt es bereits Lösungen: Das heißt, dass jede Karte an jeder Ladesäule in allen Netzen funktioniert. Vor diesem Hintergrund haben wir gemeinsam mit unserem Partner Gutmann eine eigene Karte ins Leben gerufen: Die da emobil Lade- und Tankkarte, mit vielen Zusatzfunktionen, kann nicht nur im Eigennetz, sondern auch bei unseren Roamingpartnern genutzt werden und bietet darüber hinaus noch weitere Vorteile – ein Lieferschein, eine Rechnung. Kurzum, es gibt zahlreiche Anreize, auf Elektromobilität umzusteigen. Aus unserer Sicht sind die Weichen gestellt. Wann immer Sie über E-Mobilität nachdenken, wir haben die Lösung und beraten Sie gerne individuell.

da emobil wurde von den beiden Tiroler Familienunternehmen Fiegl+Spielberger und Gutmann gegründet, um der ständig steigenden Nachfrage an Elektromobilitätslösungen nachzukommen. Beide Unternehmen sind vielseitige Spezialisten in den Bereichen Elektrotechnik und Energielieferung. da emobil nutzt die Synergien aus diesen Kompetenzbereichen und bietet E-Mobilitätslösungen für (fast) alle Anwendungsfälle. da emobil ist der einzige österreichweite Komplettanbieter mit markenunabhängiger Hardware (Wallboxes), standardisierten und individuellen Softwarlösungen bis hin zu umfassenden Dienstleistungen bei Beratung, Wartung und Abrechnung.

BRUSA Elektronik

Ein Interview mit Dr. Rainer Kern, COO der BRUSA Elektronik AG

  • keyboard_arrow_rightWarum setzen Sie auf E-Mobilität?
    Drei Gründe sprechen für die E-Mobilität: die Nachhaltigkeit, die bessere Wirtschaftlichkeit und – ganz besonders wichtig – Fahrspaß und -komfort. Schon heute sind die gesamten Betriebskosten eines Elektrofahrzeugs, also Kraft- und Schmierstoffe sowie Wartung, und die Abschreibung niedriger als bei einem vergleichbaren Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Dies wird auch in einer Studie der UBS, die vor einigen Monaten erschienen ist und die den Tesla Model X, den Jaguar I-Pace und den BMW X5 3,5i vergleicht, aufgezeigt.
  • keyboard_arrow_rightWelche Vorteile und Chancen sehen Sie in der E-Mobilität?
    Die E-Mobilität unterstützt die Energiewende, d. h. den Ausstieg aus der Kohlenstoffwirtschaft, und trägt dazu bei, die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen. Die Verschmutzung der Luft – vor allem in Ballungsräumen – mit gefährlichen Abgasen und Feinstaub aus der Verbrennung von Kraftstoff wird deutlich verringert. Im Gegensatz zu Verbrennerfahrzeugen bremsen Elektrofahrzeuge maßgeblich mit dem Elektroantrieb, um die Bewegungsenergie zurückzugewinnen. Dadurch wird die Reibbremse kaum verwendet und es entsteht viel weniger Feinstaub von Bremsbelägen und Bremsscheiben. Elektrofahrzeuge sind auch deutlich leiser als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Das gilt insbesondere für E-Lkw. Da der Verkehr die Hauptquelle für die Lärmbelastung in Städten ist, erhöht sich durch Elektrofahrzeuge die Lebensqualität in urbanen Gebieten deutlich. Die E-Mobilität wird im Laufe der nächsten 10 bis 20 Jahre auch helfen, die Abhängigkeit Europas von Ölimporten zu verringern. Sie eröffnet die Chance auf Energieautarkie. E-Mobilität ist einer der großen Treiber für den Aufbau eines intelligenten Stromverteilnetzes. Das intelligente Stromnetz wiederum ist die Voraussetzung für das Funktionieren von verteilten Energiesystemen, die auf erneuerbaren Energien beruhen.
  • keyboard_arrow_rightVor welchen Herausforderungen steht der alternative Antrieb Ihrer Meinung nach noch, die es zu lösen gilt?
    Eine der größten Herausforderungen ist der Aufbau einer standardisierten und leistungsstarken Ladeinfrastruktur. Dazu gehört neben der technischen Bereitstellung von Lademöglichkeiten auch die Kompatibilität der verschiedenen Stecker. Außerdem müssen die Anbieter von Ladeinfrastruktur ihre Systeme zur Abrechnung vereinheitlichen und europaweit anbieten. Mit einem dichten Ladenetz würde man auch das Problem mit der Reichweite lösen. Mit einer guten Ladeinfrastruktur könnten wir unsere Abhängigkeit von asiatischen Batterien stark verringern. Eine weitere Herausforderung sind die aktuell hohen Anschaffungskosten eines Elektrofahrzeugs aufgrund der Batteriepreise, die allerdings in den letzten Jahren ca. 20 % pro Jahr gefallen sind. Dies wird sich auch in den nächsten Jahren noch fortsetzen.
  • keyboard_arrow_rightWorauf konzentrieren Sie sich, um die Elektromobilität voranzutreiben?
    Wir konzentrieren uns auf die Optimierung des elektrischen Antriebsstrangs, dabei insbesondere auf die E-Achse, den Elektromotor, den Umrichter, den Wandler und die Ladegeräte.

Die BRUSA Elektronik AG mit Sitz in der Schweiz (Sennwald und Heerbrugg) hat den weltweiten Durchbruch der Elektromobilität maßgeblich mitgeprägt. Als Technologieführer und Innovationsplattform entwickelt BRUSA gemeinsam mit internationalen Spezialisten Ideen und Konzepte, insbesondere für mobile Anwendungen. Aus dem Hause BRUSA stammen viele patentierte Technologielösungen, die den Kunden weltweit einen Vorsprung in der Elektromobilität sichern.