Shared Economy

Das Mutterland des geteilten Autos ist die Schweiz: 1948 war die Sefage (Selbstfahrgenossenschaft) in Zürich die erste Form des Carsharings. In Deutschland begann Carsharing 1988 mit StattAuto in Berlin. Damals gabe 50 Kunden, die sich (...) einen einzigen, acht Jahre alten Opel Kadett teilten.

Stichwort „Carsharing“: Ist es Ihrer Meinung nach ein Konzept der Zukunft?

Carsharing sehen wir im großstädtischen Bereich für Kunden, die kein eigenes Auto besitzen, aber dennoch – für spezielle Zwecke – individuell mobil bleiben wollen. Im kleinstädtischen und ländlichen Bereich ist Carsharing aufgrund der geringen Auslastung schwer umsetzbar. Die Voraussetzungen für effizientes Carsharing sind ausreichende Userzahlen, bei Elektro-Carsharing ein entsprechendes Ladenetz. Mobile Anwendungen und die digitale Vernetzung von Fahrzeugen werden in den nächsten Jahren eine noch effizientere Nutzung ermöglichen.

Welche (alternativen) Mobilitätskonzepte sehen Sie in den nächsten 15 Jahren?

Öffentliche Verkehrsmittel, Carsharing, Ridesharing, aber auch andere motorisierte Fahrzeuge sind die Klassiker neben dem Fahrrad und dem Fußweg im urbanen Bereich. Im kleinstädtischen und ländlichen Bereich wird die individuelle Mobilität mit dem eigenen Pkw eher wachsen, da sich der Staat den öffentlichen Verkehr in diesen Regionen nicht flächendeckend wird leisten können. Aber auch hier werden Vernetzung und digitale (mobile) Lösungen eine unkomplizierte gemeinsame Nutzung eines Fahrzeugs, z. B. innerhalb einer Familie, möglich machen.

Wird der Besitz eines Autos in den nächsten Jahren Ihrer Meinung nach an Bedeutung verlieren?

Durch die guten öffentlichen Anbindungen und die vermehrte Nutzung von einspurigen Fahrzeugen sind Besitz und Nutzung des eigenen Pkw beispielsweise in Wien in den letzten Jahren etwas zurückgegangen. Für sehr viele Einsätze (z. B. Fahrten mit Kindern, Fahrten aus der Stadt, ältere Personen, Einkäufe etc.) werden aber auch hier in Zukunft weiter Autos angeschafft werden. Im ländlichen Bereich wird der eigene Pkw auch zukünftig das meistverbreitete Fortbewegungsmittel sein. Dieses wird effektiver genützt werden, indem mehrere Passagiere an Bord sind. Neue Antriebsformen (Hybrid, Plug-in-Hybrid, Elektro, Wasserstoff) haben dabei einen deutlich höheren Anteil.

Welche Mobilitätskonzepte sehen Sie für Unternehmen in den nächsten 15 Jahren?

Im Unternehmensbereich sehen wir auch in den nächsten 15 Jahren die eigene Fahrzeugflotte als die ideale Lösung, wobei Unternehmen immer mehr ökologische Aspekte beachten. Die Vernetzung von Fahrzeugen und mobile Apps werden es erleichtern, Fahrzeuge unternehmensintern von mehreren Mitarbeitern nutzen zu lassen. Ein Dienstwagen wird auch in Zukunft (soweit steuerlich leistbar) sehr begehrt sein, weil er für die Erfüllung individueller Mobilitätswünsche steht.