HELLEN VAN MEENE

           09.04.2010 - 02.06.2010

 

Tout va disparaître

Die niederländische Fotografin Hellen van Meene zeigt in der Ausstellung Tout va disparaître“, „ Alles wird verschwinden“, traumartige Porträt-Studien von ganz jungen Menschen. Aufgenommen in den Niederlanden, Japan, den USA, in Russland, bewegen sich ihre jungen Modelle zwar in ihrer jeweils vertrauten Umgebung, aber auch auf dem unsicheren Terrain der Pubertät. In vorsichtig inszenierten Posen zeigt sie die Jungen und Mädchen scheinbar in einer Art Schwebezustand zwischen Kindheit und Erwachsenwerden. Hellen van Meene arbeitet mit kleinen Bildformaten, die die Betrachter in eine vertrauensvolle, intime Beziehung zu ihren Modellen bringen und sie arbeitet mit natürlichem Licht und knüpft damit an die alte Tradition holländischer Malerei an. Hellen van Meene, geboren 1972 in Alkmaar, zählt zu den meist geschätzten Fotografen der Niederlande und zu einer wichtigen Persönlichkeit in der zeitgenössischen internationalen Fotografie. In ihren Arbeiten konzentriert sie sich auf junge Menschen und erfindet schon seit über zehn Jahren immer neue Bilder, um der prekären Befindlichkeit von Heranwachsenden ein "Gesicht" zu geben. Erstmalig zeigt sie auch Interieurs, Stillleben und Portraits im für sie ungewöhnlichen Format der Panorama-Aufnahmen.

Ihre Arbeiten waren schon in vielen bedeutenden Galerien und Museen der Welt zu sehen. FO.KU.S zeigt nun in einer Werkschau Hellen van Meenes Arbeiten von 1995 – 2009 zum ersten Mal in einer Personale in Österreich. www.hellenvanmeene.com

Foto: Hellen van Meene. St. Petersburg, 2008

LUKAS SCHALLER

           26.11.2009 - 06.02.2010

 

TOUR ARCHITEKTUR

Das Fotografieren hat Lukas Schaller früh fasziniert und ganz autodidaktisch hat er sich das Medium angeeignet. Die Fotokunst von Lewis Baltz, der mit dem „New Topographic Movement“ eine neue fotografische Ästhetik schuf oder Stephen Shore waren ihm Vorbild. Die Begegnung und die Zusammenarbeit mit einem Tiroler Architekten weckte sein Interesse für die Architektur, wobei ihn vorrangig interessiert, wie ein Bau-Werk wiederum in einem eigenständigen Werk in Form einer Fotografie gezeigt werden kann. Viele herausragende und daher auch ausgezeichnete Bauten, besonders auch in Nord- Ost- und Südtirol hat Lukas Schaller in den vergangenen Jahren schon im Bild festgehalten. Er ist ein Dokumentarist des engagierten Neuen Bauens in Tirol, wobei er seine Architekturfotografie nicht nur als Dokumentation sieht. Architektur ist eigenständig, wie die Fotografie davon ein eigenständiges Bildwerk ist. Die Themen mit denen er sich immer wieder befasst: Peripherien, Ort, Un-Orte, Stadt-Landschaften, Transformation von Orten, Architekturfotografie an der Grenze zwischen Auftragsfotografie und eigenständiger fotokünstlerischer Arbeit. Die BTV hat Lukas Schaller eingeladen, die für den Bauherrenpreis 2010 nominierten Projekte in Nord-und Osttirol und in Vorarlberg zu fotografieren. 13 Bauwerke hat Lukas Schaller ins Bild gesetzt. „Architektur ist eigentlich nur direkt erlebbar und jedes Abbild von ihr zeigt als Ergebnis in erster Linie nicht sie selbst, sondern ein eigenständiges Werk in Form einer Fotografie“.

Lukas Schaller arbeitet seit 1999 als freischaffender Fotograf in Wien. www.lukasschaller.at

Foto: Lukas Schaller. Clubhaus Rohner, Fußach

JULES SPINATSCH

           26.11.2009 - 06.02.2010

 

ALPENGLÜHN UM MITTERNACHT

Die Galerie FO.KU.S in Innsbruck richtet dem Schweizer Künstler Jules Spinatsch (*1964 in Davos) die erste monographische Ausstellung in Österreich aus. In den letzten Jahren machte Jules Spinatsch vor allem durch Langzeitprojekte und preisgekrönte Buchpublikationen international auf sich aufmerksam. , eine Fallstudie zur Tourismusindustrie, thematisiert die Transformation der Alpen zur Ereignislandschaft. Von Sehnsuchtsorten und ihrer Vermarktung erzählt die Ausstellung. Mit Licht verwandeln Marketingstrategen und Maschinen die alpine Nacht in ein Spektakel, mit diesem Licht zeichnet der Fotograf seine Bilder und Videos auf. Für eine Erlebnisnacht in Serfaus (Tirol) wird das Negativbild der im Eis gefangenen, dem Untergang geweihten ‹Endurance› auf den Berghang projiziert, dem Expeditionsschiff der 1916 gescheiterten Antarktisexpedition des Briten Ernest Shackleton. Die Ausstellung im FO.KU.S fügt sich in drei Teile gegliedert zu einem „Triptychon der Schneekompetenz. Im Zentrum der Ausstellung stehen große Szenen alpiner Spektakel. Videos und Fotoarbeiten zeigen die Veränderung der Landschaft durch Bearbeitung und durch Aufbauen von temporären Einrichtungen für Wintersport-Ereignisse. Die nächtliche Landschaft wird zur Bühne für unsere Eventkultur; der Berghang dient als Projektionsfläche.

In kühl analytischem und eindringlich dokumentarischen Stil deckt Jules Spinatsch subtil, wie schon in seinem früheren Zyklus ‹Temporary Discomfort› über politische Gipfeltreffen, Widersprüche auf, ohne vorschnell zu verurteilen. Er zeigt in seinen Arbeiten Technik, Inszenierung und Mediatisierung als Grundbedingungen der Gegenwart auf und erlaubt dem Betrachter einen Blick hinter die Kulissen.

Foto: Jules Spinatsch. Snow Management-Scene S2, 2006 Courtesy: Galerie Luciano Fasciati

CLEGG & GUTTMANN

           09.09.2009 - 07.11.2009

 

PORTRÄTS

Fotografie gilt seit ihrer Erfindung als Werkzeug des objektiven Sehens. Es ist also wenig verwunderlich, dass Porträt und Fotografie seit jeher untrennbar miteinander verwoben sind. Grundlegend für diese Symbiose ist das entgegen aller Erfahrung noch immer tiefe Vertrauen in das Medium: Wir alle akzeptieren im Allgemeinen das Bildnis als repräsentativ für den Dargestellten. Das Gesicht, seine Wirkmacht als wichtigster symbolischer Teil des Körpers, in dem sich die unterschiedlichen Ausprägungen menschlicher Existenz ablesen lassen, macht einen großen Teil der andauernden Faszination des Porträts aus. Im Werk von Clegg & Guttmann, die seit mehr als 20 Jahren international erfolgreich zusammen arbeiten, kommt ihm eine zentrale Rolle zu. Wie ein roter Fadenzieht sich die Arbeit an diesem Genre durch ihre komplexen künstlerischen undästhetischen Strategien. Ausgehend von einem der kunsthistorischen Höhepunkte der Porträtmalerei in den Niederlanden des 16. und 17. Jahrhunderts, recherchierten sie die sozio-ökonomischen und sozialpolitischen Hintergründe dieses Genres und ließen die Erkenntnisse in ihre Fotoarbeiten einfließen. Dabei geht es meist um die paradoxe Bilddisposition eines Fotos zwischen Beweisstück und Simulacrum.

Die exemplarische Werkschauim FO.KU.S zeigt die Entwicklung dieser Arbeit in den letzten 20 Jahren und auch wie virtuos die Künstler die Betrachter verleiten, das Subjekt allein in dem, was ihm nur äußerlich zuzugehören scheint, aufzuspüren.

Foto: Clegg & Guttmann. Lessons from Corporate Life, 1984 Courtesy: Sammlung Ringier, Schweiz

Andreas Feininger

           28.05.2009 - 01.08.2009

 

THAT'S PHOTOGRAPHY

„Ein Fotograf sollte dem Betrachter mehr zeigen, als er in der Wirklichkeit sieht“, war das Motto von Andreas Feininger (1906-1999), einem der renommiertesten Fotokünstler des 20. Jahrhunderts. FO.KU.S präsentiert erstmalig in Österreich ausgewählte Werke von Andreas Feininger , die nicht nur die Faszination für Struktur und für das Sichtbarmachen des bisher Unsichtbaren zeigen, sondern am Beispiel New York auch Charakteristika der modernen Stadt des 20. Jahrhunderts. Feiningers Ansichten von New York zählen heute zu den Klassikern der Fotogeschichte und haben unser New York-Bild maßgeblich geprägt. Andreas Feininger – Sohn des Malers Lyonel Feininger –arbeitete ab 1943 in New York für das berühmte Life-Magazin. Aufgrund seines Architekturstudiums am Bauhaus in Weimar, besaß er einen geschärften Blick für Räume, Baukörper und deren Struktur sowie für das Licht. Er war ein fotografischer Formensucher, zwei große Themenkomplexe, Architektur und Natur, bestimmen sein Werk: Er widmete sich der Detailstudie eines Libellenflügels mit der gleichen Begeisterung wie der Union Station von Chicago oder der Skyline von Manhattan.

Andreas Feininger, der „Tüftler mit der Kamera“, ist auch einer der wichtigsten Pioniere der Fototechnik des 20. Jahrhunderts. Seine Bilder überzeugen aber nicht nur mit technischer Brillanz und mit perfekten Kompositionen, es sind Lichtbilder von schwindelnder Schönheit.

Foto: The Photojournalist Dennis Stock. Life Magazin © Time Inc. / Getty Images

Gabi Trinkhaus

           19.03.2009 - 07.05.2009

 

COLD CUTS

Gabi Trinkaus bezeichnet sich selbst als „Mediendiebin“. Sie zerschneidet Hochglanzmagazine in kleine Teile, verwendet die Bilder unseres Begehrens aus Werbebroschüren und Magazinen und gestaltet daraus Collagen zu Portraits und Stadtlandschaften, die Bezug nehmen auf die Ästhetik der Werbung und der Medien. Gängige Posen, Schönheitsideale und Warenangebote werden aufgegriffen und in den großflächigen Arbeiten gesampelt. Dabei erzeugt Trinkaus eine oberflächlich perfekte Form und lockt den Betrachter in eine visuelle Falle. In der Nahsicht der Bilddetails und ihrer Inszenierung entsteht durch den zweiten Blick ein Bedeutungswandel: Diese offensichtliche Inbesitznahme von Medien, ihre Zergliederung und Neu-Zusammensetzung ist auch eine kritische und ironische Analogie zur heutigen „Cut-and Paste“ Kultur der Schönheitschirurgie. Als Kontrapunkt zu unserer mediendominierten Gesellschaft schafft Bilder in denen unsere Realität demontiert, neu inszeniert und damit deren Fetischisierung entlarvt wird. Mit ihren zugleich anziehenden und verstörenden Bildern hält uns Gabi Trinkaus den Spiegel vor.

Gabi Trinkaus, geboren 1966 in Graz, lebt und arbeitet in Wien.

Foto: Gabi Trinkaus. Just one Day Out Of Life. 2009

Fotografische Meisterwerke aus der Sammlung der Albertina

           20.11.2008 - 07.02.2009

 

LIFE IS STRANGER THAN FICTION

Lewis Baltz, Bogdan Dziworski, William Eggleston, David Goldblatt, Robert Frank, Masahisa Fukase, Seiichi Furuya, Lee Friedlander, Jitka Hanzlová, Saul Leiter, Joel Meyerowitz, Lisette Model, Daidõ Moriyama, Michael Schmidt, Jindrich Štyrský, Manfred Willmann.
Die Ausstellung präsentiert in einer Auswahl aus der Sammlung der Albertina, Wien, fotografische Meisterwerke der bedeutendsten Vertreter der Straßen- wie der Autorenfotografie des 20. Jahrhunderts. Dabei werden Aspekte des Alltagslebens in Europa, den USA, Japan und Südafrika lebendig, die deutlich machen, wie doppelsinnig und surreal, ja geradezu verrückt manche im Vorbeigehen erhaschte Bilder wirken können, sobald man sie mit einem Fotoapparat festhält. Mehr als ein halbes Jahrhundert Fotografiegeschichte, mehr als ein halbes Dutzend fotografischer Stile, Haltungen und Arbeitsweisen begegnen uns in der Ausstellung.

Foto: Saul Leiter. Walk with Soames.Courtesy Gallery Greenberg, NYC

Paul Albert Leitner

           11.09.2008 - 31.10.2008

 

Die Welt sehen

Die Ausstellung im FO.KU.S zeigt eine Werkschau des Künstlers: Die wichtigen Werkgruppen und Bildzyklen aus den Jahren 1988 – 2008.

Paul Albert Leitner, geboren 1957 in Jenbach, Tirol, ist ein Reisender durch die Welt und durch die Zeit. Auch zu Hause in Wien, zwischen abertausenden penibel beschrifteten Fotos, ist er nur auf der Durchreise, hält kurz inne zum Ordnen der Gedanken, Namen und Bilder. „Leitner, der Fotograf als Philosoph, nimmt die Metapher vom Leben als ununterbrochenes Unterwegssein ernst und heiter gleichermaßen. Neugierig, mit großen offenen Augen für die Welt, vollbringt er seit fünfundzwanzig Jahren Fotografien von Orten und Situationen auf der ganzen Welt und wird selbst zur Kunstfigur in den wechselnden Episoden des Lebens “ (Rainer Iglar, Fotohof Salzburg). Sensibel für die Poesie im Alltäglichen, ist Paul Albert Leitner so konkret und sachlich wie ein Dokumentarist. Seine Bilder zeigen die Schönheit und Merkwürdigkeit der Welt; dabei enthüllt er auch den Witz und die Magie des Mediums – seine Fotografien sind Zeugnisse der Einzigartigkeit von Konstellationen und der Kostbarkeit des flüchtigen Augenblicks.

Foto: Kino „Riviera“, Calle 23, La Habana, Cuba, 2001. Courtesy Galerie Rhomberg, Innsbruck

Vertrauenssache

           30.05.2008 - 03.08.2008

 

Sieben Positionen aktueller Portraitfotografie

Die Ausstellung „Vertrauenssache“ vereint sieben Positionen aktueller Portraitfotografie, die jeweils eigene Ansätze im Bereich dokumentarischer, konzeptueller und serieller Portraits aufzeigen. In sieben Positionen wird die Erscheinungsvielfalt einer eng umrissenen Gruppe ausgelotet, die Mitarbeiter eines Unternehmens. Es entstanden Menschenbilder, die auf sehr unterschiedliche Weise das Arbeitsumfeld und die Persönlichkeit der Menschen reflektieren:

Michael Strasser arrangiert Bilder im altmeisterlichen Stil, Gerhard Klocker zeigt Menschen ganz nahe und sucht damit den Blick hinter die professionelle Fassade. Paul Kranzler und Elias Hassos schaffen Bildrhythmen, die Menschen zwischen den Polen Kollektivität und Individualität zeigen. Brigitte Niedermair inszeniert ein glamouröses ein Tafelbild, auf dem neun Frauen rätselhaft in Beziehung treten. Arabella Schwarzkopf nimmt die „repräsentative Pose“ in ihre Portraits auf.

Florio Puenters klassische Schwarzweißbilder entstanden im Zeichen der Firmenphilosophie, des Lotsen: Vertrauen ist der entscheidende Faktor für den geschäftlichen Erfolg. Zentral dabei sind die Menschen. Sie werden in dieser Ausstellung ins Licht gerückt.
Portraits entstehen auf Grund eines „Kontraktes“ zwischen Fotograf und Modell. Das Modell muss dem Fotografen vertrauen. Die Fotografie sucht den authentischen Charakter und macht das unter der Oberfläche Verborgene sichtbar. Die auf Vertrauen aufbauende Interaktion zwischen Portraitierten, Kamera und Fotografen bestimmt den Prozess um die Bildfindung. Portraitieren ist Vertrauenssache. Bankgeschäft auch.

Foto: Paul Kranzler 2007

Elger Esser

           13.03. - 03.05.2008

 

Französische Landschaften 1990 - 2008

ELGER ESSER gehört zu den interessantesten Künstlern der gegenwärtigen Fotografieszene. 1967 in Stuttgart geboren, wuchs Elger Esser in Rom auf und studierte von 1991 bis 1997 an der Kunstakademie Düsseldorf in der berühmten-Klasse bei Bernd Becher.
Das zentrale Thema der fotografischen Arbeiten von Elger Esser ist die Landschaft. Hierzu entwickelte  er seit den frühen 90er Jahren unterschiedliche Werkgruppen.
 

FO.KU.S zeigte erstmals eine Auswahl mit Beispielen aus den für Elger Esser stets bedeutsamen Bezugspunkten französischer Landschaften im Nebeneinander: und bietet damit eine Annäherung an die bildnerische Vielfalt der Fotoarbeiten von Elger Esser.
Die Balance  der fotografischen Komposition sowie die ausgesuchte, delikate aber auch irritierende Farbigkeit der Arbeiten machen die Fotografien von Elger Esser zu einem ungewöhnlichen Seherlebnis.

Foto: VBK, Wien 2008

Cuni Janssen & John Riddy

           22.11. - 19.01.2008

White Thorns and Tomorrow Leaf:
Die fotografischen Portraits der in Amsterdam lebenden Niederländerin CUNY JANSSEN (geb. 1975) zeigen vornehmlich Kinder in Kombination mit reinen Landschaftsaufnahmen. Sie sind das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit künstlerischen und fotografischen Modellen von Marcel Proust über Thomas Struth zu Robert Adams.
 

Views from Shin Fuji:
John Riddy (geboren 1959 in Northampton, lebt in London) beschäftigt sich mit Orten und deren Wandel in der Zeit.  In seinen Werken erforscht der Künstler die Beziehung zwischen den traditionellen und ländlichen Landschaftsbildern Japans. Indem er die kleine Stadt Shin-Fuji mit der Schönheit der Natur am höchsten Berg Japans, dem Mount Fuji zusammenführt, erfasst Riddy die Gegensätze ländlich und städtisch, historisch und neu, natürlich und künstlich – für die das moderne Japan berühmt ist.

Foto: Cuni Janssen, Japan 2007

Jitka Hanzlová

           13.09. - 03.11.2007

 

Zeitlos

Jitka Hanzlová , geboren 1958 in der Tschechoslowakei, arbeitet ganz entgegen dem aktuellen Stil, mit großer Ruhe an 'Porträts': Porträts von Menschen, von Landschaften, von den Jahreszeiten. Mit Behutsamkeit und Leichtigkeit nähert sie sich ihrem Motiv und zeigt es einfach: in seiner Existenz, seiner Würde. Dabei trägt eine zarte, fast fragile Farbigkeit wesentlich zur Atmosphäre ihrer Bilder bei. Die Werkserie "Rokytník" ist ein zärtlicher Blick auf das Dorf ihrer Kindheit in Nordböhmen, in das sie erst in den 90er Jahren nach ihrer Flucht in den Westen zurückkehren konnte. Ähnlich wird in „Forest“ der Wald, die Landschaft Ihrer Kindheit, als mythischer Ort von ihr erkundet, um ihn zu den verschiedensten Tages- und Jahreszeiten zu erfassen: Der Wald als konkrete Landschaft, aber auch als Metapher. Als die Fotografin nach ihrer Rückkehr in ihre Heimat, die sie einst als eng empfunden hatte, diese mit ganz anderen Augen ansah, befand sie „Der Weg, den ich beschreite, ist ein Weg zurück, um in die Zukunft zu sehen.“
 Die Zeitlosigkeit zu erfassen, in der sich das Unendliche und eine unfassbare Kraft erahnen lassen, scheint eines ihrer künstlerischen Ziele zu sein.

Foto: Rokytnik, street rain, 1995

 

Industrielle Bildwelten

           24.5. - 16.8.2007

Tiroler Industrie in zeitgenössischer Fotografie.
Eine Ausstellung zum 60-jährigen Gründungsjubiläum
der Industriellenvereinigung Tirol

Mona Breede, Miklos Gaál & Otto Karvonen, Robin Merkisch, Walter Niedermayr, Timm Rautert, Florian Schwinge

Moderne Industrie scheint sich heute einem einfachen Verständnis immer mehr zu entziehen. Hochtechnisierte Produktionsvorgänge, veränderte, nahezu entmaterialisierte Arbeitsprozesse erschweren deren bildliche Darstellung. Diesem Phänomen geht die Ausstellung am Beispiel der Tiroler Industrie nach. Im Auftrag der Industriellenvereinigung Tirol recherchierten sieben internationale Fotografinnen und Fotografen in verschiedensten Betreiben in Tirol und setzten ihre Sicht der Tiroler Industrie ins Bild. Ihre Ergebnisse gewähren konkrete Einblicke in die Tiroler Industrie und bescheinigen deren facettenreiche Existenz. Sie stellen jedoch auch die Frage, inwieweit die Fotografie überhaupt einen Beitrag zu einer tief greifenden Erkenntnis der komplexen Welt Industrie leisten kann. Kuratorin, Susanne Witzgall

 

Foto: Florian Schwinge

 

Wahre Bilder

            22.11.2006 - 3.2.2007

Positionen internationaler Foto- und Medienkunst 

aus der Sammlung MUMOK, Wien

 

 

Josef Dabernig, Shadi Ghadirian, John Hillard, Gülsün Karamustafa, David Lamelas, René Margritte, Rashid Masharawi, Tracey Moffatt, Lisl Ponger, Stefan Reusse, Cindy Sherman, Quinsong Wang, Erich Wurm, Jeff Wall

 

In einem opulenten Bilderbogen präsentiert sich in den Werken inszenierter Fotografie die Welt als Bühne und Kulisse: Es ist ein präzises Spiel mit zunächst vertrauten Bildern, das jede schlüssige Erzählung verweigert, das Erzählen als inszenatorischen Akt bewusst macht. Der Einfluss von medial inszenierten Wirklichkeiten in Filmen, Werbung auf die Wahrnehmung ist von grundlegender Bedeutung für die Arbeiten, die unterschiedliche Lebenswelten modellhaft wiedergeben. Die Kamera wird zur Komplizin inszenierter Täuschungen, wobei in den Bildern wiederum eine unübersehbare Fülle von Realitätsbezügen sichtbar wird.

Foto: John Hilliard

Der Traum vom Ich. Der Traum von der Welt.

            9.3.2006 - 5.5.2007


 

Fotografien aus der Sammlung des Fotomuseum Winterthur, Schweiz

Dennis Adams, Katrin Freisager, Lee Friedlander, Nan Goldin, Annika von Hauswolff, Zbigniew Libera, Claudio Moser, Gilles Peress, Anders Petersen, Thomas Ruff, Bruno Serralongue, Joel Sternfeld

 

Fotografie beschäftigt sich seit den 1960er Jahren mit der Suche nach einer „wahren“ oder selbst definierten Identität. Der Traum vom stellt die Fragen: Wer bin ich? Wer bestimmt mich? Wie frei bin ich? Wie finde ich zu mir selbst? Der Traum von der Welt ringt mit dem Plural dieser Fragen, fragt nach der Suche von sozialer Identität. Öfters als das Individuum sucht sich die Gruppe in Abgrenzung ihren Weg. Was als Befreiung beginnt, endet dann meist in Gewalt. Eine Auswahl aus der Sammlung des Fotomuseums Winterthur mit Werken von Nan Goldin, Thomas Ruff oder Joel Sternfeld u.a. geht diesen Fragen nach. Diesen Frageteppich verankern Bilder von gesellschaftlichen Kräften – von Druck, von Gewalt, von Zwang und seinen Gegenkräften. Es sind beunruhigende Blicke auf die Gesellschaft, im Privaten, wie im Öffentlichen in fotografischen Bildern, in der Vielfalt neuer fotografischer Erzählweisen.

 

Foto: Annika von Hauswolff